Abendandachten

  • add Liturgie für eine Abendandacht

    Eingang

    Bleibe bei mir. Denn es will Abend werden. Und der Tag hat sich geneigt.

    Eine Kerze entzünden.

    Lebendiger Gott, leuchte hell.

    Barmherziger Gott, scheine warm.

    Tröstender Gott, brenne in mir / uns.

    Lied (lesen oder singen): Der Abend kommt (EG 673,1-3)

    Der Abend kommt. Nun enden unsre Wege. Du Gott der Stille, deinen Frieden lege auf unser Haus und auf das dunkle Land, und lass uns ruhn in deiner guten Hand.

    Die Nacht ist tief. Sie hält das Herz gefangen. Wo wir auf dunklen Wegen irrgegangen, führ du uns selbst, dass neu dein Tag beginnt, und wir von deinem Licht durchdrungen sind.

    Die Nacht ist bang. Gib uns, dass Frieden werde. Sieh diese arme, leidzerrissne Erde. Du Gott des Friedens, ende allen Streit. Mach uns zu Friedensboten dieser Zeit.

    Gebet nach Psalm 126

    Es wird wie ein Traum sein, wenn wir frei sind. Von Sorge. Von „Ichkanndasnicht“. Von Angst. Hoffnungsleicht.

    Es wird wie ein Traum sein, wenn wir lachen aus vollem Hals. Mit Kindern. Mit Marienkäfern. Mit Alten. Ungebändigt.

    Es wird wie ein Traum sein, wenn wir nichts anderes sagen als: Danke! Für Trost. Für Schokolade. Für Mut. Freudesingend.

    Sie werden uns sehen und mitlachen. Sie werden uns hören und mitdanken. Hoffnungsleichtungebändigtfreudesingend.

    Gott, du lässt das Wasser quellen. Lass uns leben.

    Wir weinen. Wir lassen los. Wir haben leere Hände.

    Wir lachen. Wir kommen zu dir. Du erfüllst uns.

    Es ist Abend. Und es wird Morgen.

    Da ist Hoffnung. Da ist Kraft. Da ist Mut.

    Wir sind lebendig. Für Dich, Gott. Mit Dir, Gott. Amen.

     

    oder

     

    Psalm 126

    Wenn der HERR die Gefangenen Zions erlösen wird,
    so werden wir sein wie die Träumenden.

    Dann wird unser Mund voll Lachens
    und unsre Zunge voll Rühmens sein.

    Da wird man sagen unter den Völkern:
    Der HERR hat Großes an ihnen getan!

    Der HERR hat Großes an uns getan;
    des sind wir fröhlich.

    HERR, bringe zurück unsre Gefangenen,
    wie du die Bäche wiederbringst im Südland.

    Die mit Tränen säen,
    werden mit Freuden ernten.

    Sie gehen hin und weinen
    und tragen guten Samen

    und kommen mit Freuden
    und bringen ihre Garben. Amen.

    Besinnung

    Heute.

    Ich bin gegangen, ich bin geblieben.

    Ich habe gehört, ich habe geredet.

    Ich habe genommen, ich habe gegeben.

    Ich habe geweint, ich habe gelacht.

    Ich habe gehofft, ich habe gezweifelt.

    Und morgen?

     

    Was lasse ich los?

    Was erfüllt mich?

    Was nehme ich mit in die Nacht?

    Was lasse ich dem heutigen Tag?

     

    Stille oder Gespräch

     

    Idee: Zünden Sie jeweils ein Teelicht an für das, was Ihnen heute an Gutem begegnet ist. Legen Sie einen Stein dazu für das, was Ihnen Sorgen bereitet.

    Beide, das Gute und das Schwere, bringen wir zu Gott.

    Gebet

    Diesen Tag, Herr, leg ich zurück in deine Hände, denn du gabst ihn mir.
    Du, Gott, bist doch der Zeiten Ursprung und ihr Ende. Ich vertraue dir.

    Dank sei dir, Herr, unser Gott, König der Welt!

    Du hast Sonne und Mond geschaffen.
    Du führst die Sterne herauf.

    Du wirst nicht müde noch matt
    und wachst über deine Geschöpfe.

    Ich bitte dich für alle, die sich sorgen,
    und für alle, die sich Heil und Kraft wünschen.

    Ich bitte dich für die, die Angst haben,
    und für alle, die sich nach Ruhe und Frieden sehnen.

    Du freust dich mit den Fröhlichen.
    Du trauerst mit den Traurigen.

    Du schenkst Ruhe den Schlafenden.
    Du bist das Licht der Sterbenden.

    Dein ist der Tag und dein ist die Nacht.
    Bleibe bei uns.

    Amen.

    Lied (lesen oder singen): Der Abend kommt (EG 673,4)

    Es kommt dein Morgen. Bleib mit deiner Güte bei allen Menschen. Schütze und behüte, was du erschaffen, bis dein Tag anbricht, und wir dich schaun, dich und dein helles Licht.

     

    Pfarrerin Henrike Frey-Anthes

  • add Abendandacht 25. März 2020

    „Ich glaube, dass Gott aus allem, auch aus dem Bösesten, Gutes entstehen lassen kann und will. Dafür braucht er Menschen, die sich alle Dinge zum Besten dienen lassen.

    Ich glaube, dass Gott uns in jeder Notlage soviel Widerstandskraft geben will, wie wir brauchen. Aber er gibt sie nicht im Voraus, damit wir uns nicht auf uns selbst, sondern auf ihn verlassen……

    Ich glaube, dass Gott kein zeitloses Schicksal ist, sondern dass er auf aufrichtige Gebete und verantwortliche Taten wartet und antwortet.“

     

    D. Bonhoeffer

     

    „Wertworte“ heißt eine Verzeichnis auf meinem Computer. Wenn ich ratlos bin, mir die Worte fehlen, dann sehe ich dort meine Sammlung an. Auf Bonhoeffers Glaubensbekenntnis bin ich gestern Abend gestoßen.

    „Ich glaube, das Gott…..“ so beginnt Bonhoeffer seine Glaubenssätze, die ich in diesen Tagen gerne zu meinen machen möchte.

    In den vielen Gesprächen (kann mich nicht entsinnen, wann ich jemals so viel telefoniert habe…)  werde ich immer wieder gefragt, was glaubst du im Blick auf diesen Virus? Ist das eine Strafe Gottes? Will Gott uns zeigen, dass wir auf dem Holzweg sind? Manche sehen schon darin einen Sinn, dass wir das Miteinander und Füreinander neu entdecken sollen. Kann man – muß man aber nicht. Hat es dazu diesen tödlichen Virus gebraucht?

    Ich bin mit dieser Frage nicht fertig. Es bleibt der Verdacht, dass ich Zeit meines Lebens  keine abschließende Antwort auf die Fragen: Woher, wozu und warum finde.

    Deshalb kann und will ich mit Bonhoeffer nur eines glauben und bekennen.

    Dass Gott auch aus dem Bösesten, Gutes entstehen lassen kann und will.

    Und dazu braucht er uns alle. Weil Gott will, dass wir am Leben festhalten und Botschafter der Hoffnung bleiben.

    Das was das Virus in unseren Tagen angreift und bedroht sind nicht nur Gesundheit, Arbeitsplatz, Wohlstand, Lebensplanung. Auch unser Glaube ist davon betroffen.

    Da wird die Bitte in unserer Jahreslosung ganz aktuell…. „Ich will glauben- hilf meinem Unglauben.“

     

    Wenn es drunter und drüber geht,

    alles auf mich einstürmt,

    ich ausgeliefert bin

    nichts machen kann,

    die Angst aufsteigt.

    Hol mich raus denke ich.

     

    Jesus aber sagt:

    Ich komme rein.

    Rein in deine Welt,

    in den Sturm,

    in dein Leben,

    du wirst nicht untergehen.

    Hab keine Angst,

    ich bin bei dir.

     

    Bletgen Martin

     

    Bleiben Sie gesegnet und behütet,

    eine gute Nacht wünscht Ihnen

    Ihr Diakon Hans-Peter Hilligardt

     

     

  • add Abendgedanken 24. März 2020 - Singen und beten in diesen Tagen

    Einfach so, fröhlich ermutigend im Parkhaus der Haller Kunsthalle (Foto hawö 2020)

     

     

    Darum lassen auch wir nicht ab, für euch zu beten und zu bitten,

    dass ihr erfüllt werdet mit der Erkenntnis seines Willens

    in aller geistlichen Weisheit und Einsicht.                 Kolosser 1,9

     

     

    Warum lassen auch wir nicht ab davon zu beten und zu bitten ?

     

    Wir lesen dieses Anliegen in dem Brief und hören es heute ganz neu für uns alle, einen Gedanken herausgeschnitten aus dem ganzen Brief. Dieses Bibelwort steht heute bei der Tageslosung. - Eine kostbare Erinnerung daran, dass wir tatsächlich etwas tun können für uns und andere, um uns trotz der großen Herausforderungen nicht zu verlieren.

     

    Bibelworte helfen mir in diesen Tagen, wieder Boden unter die Füße zu bekommen und nicht nur einem einzigen Thema nachzusinnen. Wie ich gehört habe, empfiehlt die Aberdeen University ihren Studierenden, ihr tägliches Corona-Informationsbedürfnis zeitlich sehr klar zu begrenzen, um weiter zu kommen.

     

    Lassen wir uns in aller geistlichen Weisheit und Einsicht erfüllen ?

     

    Wenn wir uns sorgen, mitfühlen, uns ängsten, wenn es eng wird, dann brauchen wir notwendig eine Weisheit, die Raum schafft, weil sie mehr weiß, als sie sieht, brauchen eine Einsicht, um in die Dinge hinein und dahinter zu schauen, dass wir nicht am bedrohlichen Äußeren schon zurückprallen.

     

    Einschränkungen, Grenzen, Not, Ungewissheit, was werden wird auf allen Ebenen, wenn wir von Gott enttäuscht und wütend sind, das sind Herausforderungen, in denen nur wahre Zuversicht uns weiterträgt.

     

    Worauf sollen wir unser Vertrauen setzen, wenn alles Machbare an Grenzen stößt? – Wie schön, am Sonntagabend zu erleben, dass Menschen in der Nachbarschaft laut und leise mitsangen um 18.00 Uhr die Europahymne und um 19.00 Uhr noch einmal nach dem Läuten der Glocken 'Der Mond ist aufgegangen'. - Zuversichtlich leben.

    Wir stolzen Menschenkinder/ sind eitel arme Sünder

     

    und wissen gar nicht viel.

     

    Wir spinnen Luftgespinste/ und suchen viele Künste

     

    und kommen weiter von dem Ziel.

     

    Gott, lass dein Heil uns schauen,/ auf nichts Vergänglichs trauen,

     

    nicht Eitelkeit uns freun;

     

    lass uns einfältig werden/ und vor dir hier auf Erden

     

    wie Kinder fromm und fröhlich sein.

     

    Einsicht und Weisheit, Vertrauen im Licht der Wahrheit des Evangeli-ums von Christus Jesus. Gott geht mit uns, er rettet und befreit uns von der Macht der Finsternis (Kol 1,13): Auch durch das Dunkel hindurch scheint das Licht der Sonne über den Wolken. Und der Mond scheint im Dunkel der Nacht, weil er sein Licht geschenkt bekommt.

     

    Menschen in Zuversicht und eingegossenem Ur-Vertrauen lassen sich stärken und ermutigen anzupacken, was heute zu entscheiden nötig und was zu tun möglich ist. SEIN Licht leuchte durch uns hindurch.

     

    Einfach so, wir lassen nicht ab zu danken und zu beten für alle, die bei der Wasser- und Stromversorgung, im Lebensmittelbereich, Apotheken, Zeitung, Feuerwehr, Polizei, Müllbeseitigung, Pflege, Krankenhaus, Banken, Ämtern und … für alle da sind, entscheiden und anpacken.

     

    Wir bitten um Schlaf und Ruhe und Frieden für alle Menschenkinder:

    So legt euch denn, Geschwister,/ in Gottes Namen nieder;

     

    kalt ist der Abendhauch.

     

    Verschon uns, Gott, mit Strafen/ und lass uns ruhig schlafen.

     

    Und unsern kranken Nachbarn auch!

     

    Allabendlich um 19.00 Uhr laden unsere Kirchenglocken ein zum Innehalten und Gebet. Die Evangelische Kirche in Deutschland lädt alle Menschen ein, 'Der Mond ist aufgegangen' zu singen, zu summen, zu brummen oder zu musizieren – jeder und jede im Zimmer, auf dem Balkon oder am offenen Fenster. Denn Singen verbindet und tut gut. Und dazu abends eine Kerze oder ein Licht im Fenster ist ein schönes Zeichen der Verbundenheit.

     

    Vater unser im Himmel! Geheiligt werde dein Name.

     

    Dein Reich komme. Dein Wille geschehe ...

     

    Schlafen und den Mut finden für einen neuen Tag, das tut uns not.

     

    Wie im Kolosserbrief, so beginnt und schließe der Tag (Kol 1,1; 4,18):

     

    Gnade sei mit euch und Friede von Gott, unserm Vater!

     

    Amen, so sei es.

    Pfarrer Hannes Wössner, Öhringen


  • add Abendandacht 23. März 2020

     

    Lasst im Umgang miteinander Herzlichkeit und geschwisterliche Liebe zum Ausdruck kommen. … Freut euch über die Hoffnung, die ihr habt. Wenn Nöte kommen, haltet durch. Lasst euch durch nichts vom Gebet abbringen. Helft Gläubigen, die sich in einer Notlage befinden; lasst sie mit ihrer Not nicht allein. … Freut euch mit denen, die sich freuen; weint mit denen, die weinen. Lasst euch im Umgang miteinander davon bestimmen, dass ihr ein gemeinsames Ziel habt.

    Worte aus Römer 12

     

    In diesen Tagen bin ich hin- und hergerissen zwischen unverständigem Kopfschütteln und erschrecktem Stirnrunzeln.

     

    Es ist für mich kaum fassbar, wie sorglos und unverantwortlich sich manche Mitmenschen in dieser ernsten Zeit verhalten. Es ist so, als gingen die viele Appelle, wie die unseres Landrats Dr. Neth, ins Leere.

     

    Ich frage mich sorgenvoll, wie die Coronakrise unsere Gesellschaft verändern wird.

     

    Klar ist inzwischen, dass die Pandemie in eine globale wirtschaftliche Krise führen wird. Unter Hochdruck werden Lösungen gesucht, Rettungsschirme aufgespannt, Undenkbares wird denkbar.

     

    Nicht absehbar ist, wie sich die Krise auf das gesellschaftliche Miteinander auswirken wird. Zunächst einmal stellen die staatlichen Anordnungen und Verbote und der Aufruf, aus Rücksicht aufeinander Abstand zu halten, eine Beschränkung der von vielen hochgeschätzten Selbstbestimmung dar. Nicht selbst entscheiden zu können, ist eine Kränkung des Individualismus. Verordnete Rücksichtnahme durch Quarantäne, Ausgangssperren etc.  ist noch lange kein neuer Gemeinsinn.

     

    Ich bin mehr als eine Woche in Quarantäne. Schnell habe ich gemerkt, wie wichtig andere Menschen für mich sind: Einer der einkauft, Menschen, die sich erkundigen, wie es geht, … Ich erlebe viel Gemeinschaft, auf Abstand zwar, aber dennoch stärkend und von Herzen.

     

    Ich hoffe sehr, dass viele Menschen solche Erfahrungen machen, ich will das mir mögliche dazu beitragen. Wir brauchen diese fürsorglichen Zuwendungen nicht nur gegen die Einsamkeit, die Schattenseite des Individualismus, wir brauchen sie auch als Samen für die Zeit danach.

     

    Mir ist in diesen Tagen ein schönes Gebet begegnet:

     

    Gebet in Zeiten von Corona

    Herr, wir bringen Dir alle Erkrankten und bitten um Trost und Heilung.
    Sei den Leidenden nahe, besonders den Sterbenden.
    Tröste jene, die jetzt trauern.
    Schenke den Ärzt*innen und Forscher*innen Weisheit und Energie.
    Allen Krankenschwestern und Pflegern Kraft in dieser extremen Belastung.
    Den Politiker*innen und Mitarbeitern der Gesundheitsämter Besonnenheit.
    Wir beten für alle, die in Panik sind. Alle, die von Angst überwältigt sind.
    Um Frieden inmitten des Sturms, um klare Sicht.
    Wir beten für alle, die großen materiellen Schaden haben oder befürchten.
    Guter Gott, wir bringen Dir alle, die in Quarantäne sein müssen,

    sich einsam fühlen, niemanden umarmen können.

    Berühre Du Herzen mit Deiner Sanftheit.
    Und ja, wir beten, dass diese Epidemie abschwillt, dass die Zahlen zurückgehen, dass Normalität wieder einkehren kann.

    Mach uns dankbar für jeden Tag in Gesundheit.
    Lass uns nie vergessen, dass das Leben ein Geschenk ist.
    Dass wir irgendwann sterben werden und nicht alles kontrollieren können.
    Dass Du allein ewig bist.
    Dass im Leben so vieles unwichtig ist, was oft so laut daherkommt.
    Mach uns dankbar für so vieles, was wir ohne Krisenzeiten so schnell übersehen.
    Wir vertrauen Dir.
    Danke!

    Amen

    Mit herzlichen Grüßen Pfarrer Christof Weiss-Schautt

     

  • add Abendandacht 21. März 2020

    Folgender Text ist mir in den letzten Tagen in unterschiedlichen Varianten begegnet:

    Sonne ist nicht abgesagt

    Frühling ist nicht abgesagt

    Beziehungen sind nicht abgesagt

    Liebe ist nicht abgesagt

    Lesen ist nicht abgesagt

    Zuwendung ist nicht abgesagt

    Musik ist nicht abgesagt

    Phantasie ist nicht abgesagt

    Freundlichkeit ist nicht abgesagt

    Gespräche sind nicht abgesagt

    Hoffnung ist nicht abgesagt

    Beten ist nicht abgesagt.

     

    Ich ergänze:

    Gemeinsame Zeit von Vätern und Müttern mit ihren Kindern ist nicht abgesagt

    Spielen ist nicht abgesagt

    Zweisamkeit ist nicht abgesagt

    Hilfsbereitschaft ist nicht abgesagt

    Vernunft ist nicht abgesagt

    Tatkraft ist nicht abgesagt

    Gemeinschaftssinn ist nicht abgeschafft

    Kunst ist nicht abgesagt

    Interesse am Nächsten ist nicht abgesagt

    Lebensfreude ist nicht abgesagt

    Humor ist nicht abgesagt

    Gottes Wort ist nicht abgesagt

    Menschen rufen im Pfarramt an, um ihre Hilfe anzubieten beim Einkaufen für Ältere und Vorerkrankte.

    Ärztinnen und Krankenpfleger, Kassiererinnen im Supermarkt, Busfahrer und Lokführer, Polizistinnen und Feuerwehrleute, Mitarbeitende in Stadtverwaltungen, Müllfahrer, … - Sie alle tun selbstverständlich weiterhin ihren Dienst für die Gemeinschaft. Auch ihr Dienst ist nicht abgesagt.

    Und ich bin sicher, wenn Sie Augen, Ohren und Herzen offenhalten, können Sie die Liste selbst noch weiterschreiben.

    Die auf den Herrn harren, kriegen neue Kraft, dass sie auffahren mit Flügeln wie Adler. (Jes 40,31)

    Pfr. Jochen Mayer

     

     

     

     

     

  • add Wochenabschluss 20. März 2020

    Die Arbeitswoche abschließen, 
    das, was gelungen und vollendet,
    aber auch was noch offen,
    unfertig und anstrengend ist,
    vor Gott und miteinander
    bedenken.
    Dankbar,
    gelassen
    im Blick auf Zurückliegende
    getrost
    auf den Tag der Ruhe
    und den Tag der Auferstehung zugehen.

  • add Abendgebet - Ich halte dir meine Hände hin

    Wer möchte kann diese Gebetshaltung einnehmen. Bild von Milada Vigerova auf Pixabay.

    "Herr, ich halte dir meine Hände hin, alles, was sie heute in die Hand genommen haben, alles, was mir gelungen und misslungen ist. Ich halte dir die Menschen hin, denen ich heute die Hand gereicht habe, und die, denen ich sie verweigert habe. Ich halte dir hin, was ich geformt und gestaltet habe und was mir aus der Hand geglitten ist. Ich halte dir in meinen Händen diesen Tag hin, so wie er war. Ich verzichte darauf, zu beurteilen und zu bewerten, was war. Ich überlasse dir das Urteil. Ich vertraue dir, dass du alles verwandeln kannst, was heute war. Ich übergebe dir den Tag. Manchmal hatte ich das Gefühl, dass mir alles zwischen den Fingern zerrinnt, dass der Tag nur Stückwerk war. Füge du zusammen, was zerstückelt ist. Ich lege meinen Tag und alles, was ich heute in die Hand genommen habe, in deine guten und zärtlichen Hände. Halte du deine schützende Hand über mich. Lass mich heute Nacht in deiner guten Hand geborgen sein. Du hast deinen Namen in meine Hand geschrieben und meinen Namen in deine Hand. [...] In dir darf ich nun ruhen. Und du wirst bei mir [...] sein, wenn ich nun schlafe. Lass dein Licht in meinem Herzen leuchten, wenn ich mich nun der Dunkelheit der Nacht anvertraue. Und halte deine schützende Hand über meine Familie und über alle, die mir lieb sind." Anselm Grün

    Es grüßt Sie freundlich

    Dioraci Vieira Machado, Pfarrer

     

     

     

     

     

  • add Abendandacht 18. März 2020 - Lebenslust closed

    Lebenslust – closed, geschlossen. Ein einladendes Café in schönster Umgebung. An einem regnerischen Herbsttag wollte ich es nach einem eher mühsamen Termin noch aufsuchen. Gefreut hatte ich mich darauf. Hatte mich schon mit einem schönen belebenden Cappucino, einem Lebensgeister weckenden Schokokuchen über der Zeitung sinnierend an dem hübschen Ecktisch sitzen sehen. Und dann das: Ein zwar hübsches, aber auch ebenso ernüchterndes Schild: closed. Die Lebenslust ist einfach closed.

    Wie im echten Leben? Jetzt mehr denn je!?

    Schulen und Kitas geschlossen, Musikgruppen und Sportvereine und Familienfeiern auf unbestimmt verschoben, Fußballstadien und Altenheime dicht, die Grenzen abgeriegelt.  Und nun auch: die Kirchentüren geschlossen? Keine Gottesdienste. Kein direkter Austausch. Gemeindeleben geschlossen? „Come back later“ – „Komm zu einem späteren Zeitpunkt wieder“. Aber wann wird das sein?

    Lebenslust closed. Ja, ich denke, die Lebensfreude ist uns gerade tatsächlich deutlich genommen. In all der Sorge. Gedämpft allemal. Verunsichert. Erschüttert.

    Was ich mir als Christin aber nicht nehmen lassen will, ist ein von Glaubenszuversicht getragener Umgang mit anderen und Blick für andere in dieser Krise.

    Für mich ist eine wichtige christliche Frage, wie wir es schaffen, die geschlossenen Türen zu überwinden. Nicht durch Regelverstoß. Nicht leichtsinnig.

    Diese Andachten für Sie, für Euch – die sind so ein vorsichtiger Versuch eines Türöffners.

    Umsichtig und wach sollten wir füreinander da sein. Wir sollten da sein ganz besonders für die, die um ihrer selbst willen oder zum Schutz des Nächsten konsequent hinter ihrer Türe bleiben müssen. Es ist wichtiger denn je, sich verbunden zu wissen, trotz geschlossener Türen: Durch konkrete Hilfe, durch ein offenes Ohr am Telefon, durch einen Brief. Verbunden zu sein, wenn Glocken läuten und wenn wir – mit und ohne Glocken – tagtäglich beten: miteinander und nun vor allem füreinander. Wenn wir über moderne Medien für einander erreichbar sind, seelsorgerlich.

    Unser Glaube ist auf Gemeinschaft angelegt. Und die braucht es gerade jetzt, wenn Sorgen und Unsicherheit so groß werden. Damit einer, der mehr Zuversicht spürt in sich, den stützen kann, dem das schwerer fällt. Dass die, die Worte findet, beten kann für die, die weint oder schweigt.

    Gott stärke in mir, in Dir, in Ihnen das Vertrauen: Da kommen andere Tage. Wenn es gut geht: in ein paar Wochen schon. Nicht, weil dann die ganze Krise vorbei sein wird. Aber weil du hoffentlich spüren darfst, wie viele an dich denken, für dich sorgen wollen.

     Denn es ist nicht im Sinne dessen, der mich ins Leben rief, dass ich Tag für Tag alle Freude und Hoffnung draußen vor der Tür lasse. Mir ist dabei wichtig und bewusst: Es gibt leider Menschen, die so viel Schweres zu tragen haben. Diese Pandemie lässt „Lebenslust“ das Wort aus einer anderen Welt sein. Und es gibt unter Ihnen Menschen, die in diesen Tagen besonders und begründet Angst haben. Ich wünsche Ihnen von Herzen, dass Sie spüren dürfen: Ich bin nicht allein. Es gibt da einen, der an mich denkt.

    Doch den allermeisten von uns werden zum Glück viele gute Tage geschenkt: mit Erblühen, mit sonnengetränktem Frohsinn, mit Gemeinschaft, mit Kinderlachen, einem Freund. Der Schöpfer, dein Schöpfer schenkt dir das!

    Und das Grübeln. Das Suchen. Die Spurensuche, die ist auch Teil deines Lebens.

    Diese ausgebremste und dadurch besonders nachdenkliche und für einige schwere Zeit ist – warum auch immer – ein Teil unseres Lebens jetzt. Aber es spricht viel dafür, dass wieder andere Tage kommen. Und an allen Tagen ist der, der dich ins Lebens rief, und der von sich sagte „Ich bin die Tür“ da – offen für dich! Vertraue darauf.

    Pfarrerin Nadja Elbe

  • add Abendgebet 17. März 2020

    Erhöre mich, wenn ich rufe,

                Gott meiner Gerechtigkeit,

    der du mich tröstest in Angst;

                sei mir gnädig und höre mein Gebet!  (Psalm 4,2)

     

    Gott, du bist mein Gott, den ich suche.

                Es dürstet meine Seele nach dir,

    mein Leib verlangt nach dir

                aus trockenem, dürrem Land, wo kein Wasser ist.

    So schaue ich aus nach dir in deinem Heiligtum,

                wollte gerne sehen deine Macht und Herrlichkeit.  (Psalm 63,2.3)

     

    Nun sich der Tag geendet,

    mein Herz sich zu dir wendet

    und danket inniglich;

    dein holdes Angesichte

    zum Segen auf mich richte,

    erleuchte und entzünde mich.

     

    Die Zeit ist wie verschenket,

    drin man nicht dein gedenket,

    da hat man´s nirgends gut;

    weil du uns Herz und Leben

    allein für dich gegeben,

    das Herz in dir allein auch ruht.

     

    Ich schließe mich aufs Neue

    in deine Vatertreue

    und Schutz und Herze ein;

    der Finsternis Geschäfte

    und alle bösen Kräfte

    vertreibe durch dein Nahesein.  (EG 481,1-3, Text: Gerhard Tersteegen)

     

    Vater unser im Himmel ….

     

    Der HERR behüte dich vor allem Übel,

                er behüte deine Seele.

    Der HERR behüte deinen Ausgang und Eingang

                von nun an bis in Ewigkeit.   (Psalm 121,7.8)

    Amen.

     

     

    zusammengestellt von Pfarrer Jörg Dinger

     

  • add Abendandacht 16. März 2020

    1.Kön. 19 - Ein Engel für Elia

    Ich entzünde eine Kerze. Schaue in das Licht. Und besinne mich.

     

                 Eine Kerze entzünden. Innehalten.

     

    Elia

    Elia hat für Gott getan was er konnte. Aber jetzt ist Schluss. Jetzt kann er nicht mehr. Jetzt will er nicht mehr. Elia ist verzagt. Er hat Angst. Er will allein sein. Und am liebsten nur noch schlafen. Vielleicht muss er ja nie wieder aufwachen?!

    Elia ging hin in die Wüste eine Tagereise weit und kam und setzte sich unter einen Ginster und wünschte sich zu sterben und sprach: Es ist genug, so nimm nun, HERR, meine Seele; ich bin nicht besser als meine Väter. 5 Und er legte sich hin und schlief unter dem Ginster. Und siehe, ein Engel rührte ihn an und sprach zu ihm: Steh auf und iss! 6 Und er sah sich um, und siehe, zu seinen Häupten lag ein geröstetes Brot und ein Krug mit Wasser. Und als er gegessen und getrunken hatte, legte er sich wieder schlafen. 7 Und der Engel des HERRN kam zum zweiten Mal wieder und rührte ihn an und sprach: Steh auf und iss! Denn du hast einen weiten Weg vor dir. 8 Und er stand auf und aß und trank und ging durch die Kraft der Speise vierzig Tage und vierzig Nächte bis zum Berg Gottes, dem Horeb.

    Neue Kraft - Elia hat nicht mehr damit gerechnet. Eine Stimme, die ihm aufhilft - das hätte er nicht erwartet.

    Elia bekommt, was er braucht. Es ist nur Wasser und Brot. Ein paar Worte. Das ist nicht viel. Aber es ist genug. Elia erfährt Liebe. So kann er weitergehen.

    Besonnen macht er sich auf. 40 Tage braucht er, bis er dort ist wo er hinsoll. Zeit zum Nachdenken. Zum Innehalten. Zum Beten. Zeit, um sich zu besinnen. Auf das, was geholfen hat.

    Jetzt nehme ich mir diese Zeit. Besinne mich. Auf das, was mir geholfen hat, weiterzugehen. Auf die Zeichen von Gottes Liebe, die mir heute begegnet sind.

    Was war heute? Was war gut? Was hat mir Kraft geschenkt?

    Gebet

    Diesen Tag, Herr, leg ich zurück in deine Hände, denn du gabst ihn mir. Du, Gott, bist doch der Zeiten Ursprung und ihr Ende ich vertraue dir.

    Was lege ich in Gottes Hand? Was war heute schön? Was war schwer?

     

                 Stille

     

    Dank sei dir, Herr, unser Gott, König der Welt!

    Du hast Sonne und Mond geschaffen.
    Du führst die Sterne herauf.

    Du wirst nicht müde noch matt
    und wachst über deine Geschöpfe.

    Ich bitte dich für alle, die sich um andere sorgen,
    und für alle, die sich nach Ruhe und Frieden sehnen.

    Ich bitte dich für die, die Angst haben,
    für Kranke und Verlassene.

    Du freust dich mit den Fröhlichen.
    Du trauerst mit den Traurigen.

    Du schenkst Ruhe den Schlafenden.
    Du bist das Licht der Sterbenden.

    Bleibe bei mir. Denn es will Abend werden. Und der Tag hat sich geneigt. Amen.

     

    Pfr. Dr. Henrike Frey-Anthes